Predigt zum 16. Sonntag im Jahr

Liebe Gläubige!
Wir haben heute von zwei Gottesbegegnungen gehört: Zum Einen - Gott begegnet dem Abraham, zum Anderen - Maria. und Maria begegnen Jesus. Beide Begegnungen spielen sich im Rahmen der Gastfreundschaft. Abraham lädt fremde Wanderer in der Wüste auf einen kleinen Happen ein, und serviert ihnen dann ein komplettes Essen mit allen Finessen. Als Dank dafür erhält er den Segen Gottes und das Versprechen, einen Sinn in seinem Leben und eine Zukunft ersieh zu finden. Bei Maria und Martha endet die Begegnung mit Jesus in einer Belehrung: Martha-wird belehrt, dass es etwas Wichtigeres gibt als Arbeit und Sorge, sogar wenn es er jemand anderen ist. Es geht auch hier Mm den Sinn des Lebens. Den kann ich nur finden, wenn ich nicht nur arbeite, und einer Zerstreuung und Aufgabe nach der Anderen nachjage, sondern ich muss auch einmal -innehalten. Es sind das dann die Augenblicke der Gottesbegegnung, die Augenblicke, wo Tiefe in mein Leben kommt: Das sie mich richtig verstehen: ich rede hier nicht der Faulheit das Wort. Arbeit und Mühe im Leben sind notwendig und es ist durchaus beglückend nach der Arbeit auf etwas fertig geschafftes zurückblicken zu können. Aber Arbeit ist nicht alles im Leben. Es muss auch eine Zeit der Stille geben, es muss auch einen Sonntag in der Woche geben; oder einen Tag, an dem ich nicht arbeite. Wenigstens einen Tag in jeder Woche braucht der Mensch zur Entspannung, um für die Familie, für die Freunde, da zu sein, und Zeit zu haben für Gott. Leider ist diese Sonntagskultur heute sehr gefährdet. Die Arbeit und die Wirtschaft steht im Vordergrund, öder die Angst, wenn ich nichts tue, könnte ich etwas verpassen. Bei vielen ist es auch die Notwendigkeit, Beruf und die Landwirtschaft daheim zu verbinden, die keine Zeit für eine Sonntagsruhe lässt. Aber die Frage ist, wie lange halte ich das durch? Wann wird es mir zu viel? Wie schaut meine Beziehung zu Gott aus?
Die heutigen Texte aus der Bibel sagen uns, dass es mit der Gottesbeziehung wie mit einer Freundschaft ist. Wenn ich einen Freund habe, dann brauche ich auch Zeit für ihn, die ich dann .mit ihm verbringe. Wenn ich anfange keine Zeit mehr für meinen Freund zu haben, oder wenn wir nicht mehr zusammenkommen können, weil sich die Lebenswege getrennt haben, dann werden sie bemerken, dass die Freundschaft mit der Zeit immer dünner wird. Man schreibt sich vielleicht zuerst noch öfter, man denkt aneinander noch öfter, aber schon sehr bald wird sich der Briefverkehr nur noch auf bestimmte Anlässe beschränken. Der Endpunkt der Freundschaft ist dann die Karte an Weihnachten oder Ostern. Genau so ist es mit der Gottesbeziehung. Wenn man. keine Zeit mehr für Gott hat, für den Empfang der Sakramente hat, dann denkt man vielleicht noch daheim an Gott im Gebet. Aber sie werden merken, sobald ich am Sonntag nicht mehr in die Kirche gehe, geht es auch mit dem Gebet sehr schnell bergab. Die Beziehung mit Gott wird immer dünner, sie beschränkt sich bald nur noch auf bestimmte Feiertage, wie Weihnachten, Ostern und Allerheiligen, oder auf Zeiten der Krise. Der Endpunkt der Gottesbeziehung ist dann die Frage nach dem Kirchenbeitrag und dem Austritt. Sie sehen, so greift eines ins andere.
Wenn Jesus nun zu Maria sagt, dass sie das bessere gewählt hat, dann meint er: Wir sollen uns
unser Leben Zeit nehmen für Gott, und somit auch für uns selber. So wird gelingen und wir werden auch in schwierigen Situationen nicht verzweifeln und dem Leben einen Sinn geben können, wie Abraham ihn erhalten hat.